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Die Kosten-Nutzen-Analyse bietet eine andere Perspektive an: Jedes Symptom war einmal der beste verfügbare Lösungsversuch. Nicht weil der Klient irrational wäre — sondern weil das Nervensystem unter den damaligen Bedingungen das Optimale getan hat. Was als Angststörung erscheint, war möglicherweise eine hochkompetente Überlebensstrategie. Was als Erschöpfung diagnostiziert wird, kann ein System sein, das sich selbst zu schützen versucht. Das Symptom ist eine Lösung — mit Preis.

Diese Perspektive wird dem Klienten transparent angeboten — als Einladung, nicht als Behauptung. Die Fragen, die dabei entstehen, sind konkret: Was hat dieses Muster geleistet? Für welche Bedürfnisse war es kompetent? Welchen Preis hat es gehabt — für den Klienten, für seine Beziehungen? Und: Wie würden sich diese Beziehungen verändern, wenn die gewünschte Lösung gelebt würde?

Diese letzte Frage ist oft die überraschendste. Denn wer ein Symptom lebt, kommuniziert anders, gestaltet Beziehungen anders, nimmt eine andere Position im sozialen System ein — als jemand, der sich stark und kompetent fühlt. Veränderung hat systemische Konsequenzen. Die Kosten-Nutzen-Analyse macht diese sichtbar — und damit bearbeitbar.

Ast: 2 (Symptom & Problemtrance) — primär; gleichzeitig Ast 3 (Systemdynamik & Regeltrance)

Grundaufgabe: Utilisation und Exduktion gleichzeitig — das Symptom wird nicht bekämpft, sondern als kompetenter Lösungsversuch gewürdigt

Musterebene: Erklärung und Bewertung

Realitätenkellner-Perspektive: Manche Klienten erleben die Frage nach dem Nutzen ihres Symptoms zunächst als Verharmlosung ihres Leidens. Der somatische Marker zeigt, ob das Angebot angekommen ist: nicht Zustimmung im Cortex, sondern ein spürbares Innehalten — das Zeichen, dass etwas Neues im System entstanden ist.